MdL Harald Schneider hält den von der Staatsregierung im Sozialausschuss festgestellten Erziehermangel in Kindertagesstätten für hausgemacht. „Die Staatsregierung hat zu spät realisiert, dass Eltern Betreuung auch für ihre unter Dreijährigen annehmen und hat weder den Krippenausbau noch die personelle Ausstattung ausreichend entwickelt", so der Karlstadter Abgeordnete. Die Staatregierung argumentiere zudem mit geschönten Zahlen. Der SPD-Abgeordnete sieht den Personalbedarf unter anderem wegen der hohen Teilzeitquote wesentlich höher. Harald Schneider rechnet mit einem Bedarf von 27 000 zusätzlichen Erzieherinnen bis 2015, um dem Ausbauziel gerecht zu werden. Das Sozialministerium glaubt aber mit 1200 zusätzlichen Fachkräften bis 2013 auszukommen.
Landespolitik
Doch nicht nur die Zahl der Erzieher und Erzieherinnen muss erhöht werden, sondern auch ihre Qualifikation sollte verbessert werden. "Dazu braucht es eine zeitnahe und gründliche Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften, die weitere Akademisierung der Ausbildungen, die Abschaffung des zweiten Vorpraktikumsjahres für Auszubildende sowie eine bessere Unterstützung der Träger bei der Gründung neuer Fachakademien", so MdL Harald Schneider.
Fachkräfte fänden aber häufig kein attraktives Tätigkeitsfeld vor. Die wachsende Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse, unzureichende Entlohnung, die psychische und physische Belastung durch Lärm und Stress minderten die Anziehungskraft des Berufsfeldes für Frauen und Männer. Hier müsse es Verbesserungen bei den Anstellungsschlüsseln und bei der Bezahlung geben, fordert Harald Schneider.
