Bayern liegt beim Bildungsvergleich der Kultusministerkonferenz gleich zweimal an der Spitze: beim Gesamtergebnis und bei der Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. „Dieses Ergebnis zeigt, dass über extrem ungleiche Bildungschancen die soziale Spaltung in Bayern manifestiert wird“, kommentiert MdL Harald Schneider, die heute veröffentlichte Studie zum Erreichen der Bildungsstandards. „Damit entlarvt die Studie, dass Bayern seit der ersten PISA-Studie überhaupt nichts getan hat. Die Situation ist unverändert schlecht.“
Bildung & Kultur
Die aktuelle Studie hatte ergeben, dass in Bayern Kinder aus der Oberschicht 6,6-mal so große Chancen haben, ein Gymnasium zu besuchen wie Kinder mit gleichem Lernniveau aus Facharbeiterfamilien. Der Bundesdurchschnitt liegt deutlich darunter. „Das bayerische Bildungssystem setzt auf Elitenförderung und verhindert den Aufstieg von Arbeiterkindern durch Bildung“, kritisiert Harald Schneider. „Wir brauchen ein längeres gemeinsames Lernen bei einer gleichzeitigen individuellen Förderung der Schüler. Dafür brauchen wir mehr Ganztagsschulen, kleinere Klassen und eine größere Durchlässigkeit zwischen den Schulformen.“ Die Studie hatte ergeben, dass nirgendwo sonst der Anteil der Gymnasiasten so gering und der Anteil der Hauptschüler so hoch ist wie in Bayern.
